Zum Inhalt
Alle Artikel

KI DSGVO-KONFORM: LOKAL ODER EU-CLOUD?

Kundendaten in ein KI-System geben, ohne die DSGVO zu verletzen: Das geht auf zwei Wegen. Welcher zu Ihrem Betrieb passt, entscheiden Datenfluss, Vertragslage und Kostenprofil.

Zuletzt aktualisiert:

Kleine und mittlere Unternehmen können KI auf zwei Wegen DSGVO-konform betreiben: mit lokalen Modellen auf eigener Hardware oder mit geeigneten Cloud-Diensten in der EU. Der Standort allein macht keine Verarbeitung DSGVO-konform. Sie unterscheiden sich in drei Punkten: wohin die Daten fließen, welche Verträge nötig sind und wie sich die Kosten verhalten.

Was lokaler KI-Betrieb bedeutet

Lokaler KI-Betrieb heißt: Das Sprachmodell läuft auf Hardware in Ihrem Unternehmen. Bei vollständig lokaler Verarbeitung bleiben Dokumente, E-Mails und Kundendaten in Ihrem Netzwerk. Externe Anbindungen, Telemetrie und Wartungszugriffe müssen gesondert betrachtet werden. Wenn ein Dienstleister dabei personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag verarbeitet, kann auch lokal ein Auftragsverarbeitungsvertrag erforderlich sein. Ob ein lokales Modell eine Aufgabe zuverlässig erfüllt, prüfen wir an Ihren Anforderungen.

Die Verantwortung bleibt dabei vollständig bei Ihnen: Zugriffsrechte, Updates, Backups und die Absicherung der Hardware gehören zum Betrieb dazu. Lokal ist ein Architekturvorteil, kein Freifahrtschein.

Was EU-Cloud-Betrieb bedeutet

EU-Cloud-Betrieb heißt: Ein Anbieter verarbeitet Ihre Daten in Rechenzentren innerhalb der EU. Rechtliche Basis ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO. Prüfen Sie zusätzlich Unterauftragnehmer, Supportzugriffe und mögliche Drittlandübermittlungen. Entscheidend sind die tatsächlichen Datenflüsse und Vertragsregelungen, nicht allein der Sitz des Anbieters.

Die Cloud punktet beim Einstieg: keine eigene Hardware, schnelle Verfügbarkeit, Skalierung nach Bedarf. Dafür zahlen Sie laufend pro Nutzung, und die Kosten wachsen mit dem Volumen.

Fünf Kriterien für die Entscheidung

  1. Sensibilität der Daten. Gesundheitsdaten, Mandanten- und Personalunterlagen erfordern besondere Sorgfalt. Prüfen Sie Schutzbedarf und Zugriffsrechte für beide Betriebsarten.
  2. Branchenvorgaben. Manche Branchen haben eigene Anforderungen an Datenhaltung und Nachweisbarkeit. Die geben oft die Richtung vor.
  3. Vorhandene IT. Gibt es einen Server-Raum und jemanden, der den Betrieb übernimmt oder übernehmen lässt? Dann ist lokal realistisch. Ohne das ist die Cloud der schnellere Start.
  4. Kostenprofil. Vergleichen Sie Einrichtung, Hardware, Lizenzen und laufenden Betrieb mit den Infrastruktur- und Nutzungskosten der Cloud.
  5. Volumen und Latenz. Wer täglich große Dokumentmengen verarbeitet, fährt lokal oft wirtschaftlicher. Bei gelegentlicher Nutzung rechnet sich die Cloud.

Ein vermeidbares Risiko

Wenn Mitarbeiter Kundendaten in nicht freigegebene KI-Werkzeuge eingeben, können Datenflüsse und vertragliche Voraussetzungen ungeklärt bleiben. Legen Sie deshalb fest, welche Werkzeuge mit welchen Daten genutzt werden dürfen.

Wie SEGUAI das handhabt

Wir bieten den Betrieb vollständig lokal auf Ihrer eigenen Hardware an. Für Cloud-Lösungen nutzen wir Server in Deutschland, etwa bei Hetzner oder Contabo, und LLMs mit Datenverarbeitung in Europa. Beide Varianten setzen wir DSGVO-konform um. Welche Architektur zu Ihnen passt, klären wir im Erstgespräch anhand Ihrer Daten, Ihrer IT und Ihres Volumens. Mehr dazu unter KI-Automatisierung.

Die BfDI erläutert die Auftragsverarbeitung, einschließlich möglicher Datenzugriffe bei externer IT-Wartung.

Hinweis: Dieser Artikel beschreibt die technische und organisatorische Umsetzung. Er ersetzt keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Ist die Nutzung von ChatGPT im Browser für Kundendaten DSGVO-konform?

Das lässt sich nicht allein am Browser erkennen. Entscheidend sind die konkrete Produktvariante, Verträge, Einstellungen und Datenflüsse. Prüfen Sie vor der Eingabe personenbezogener Daten die Rechtsgrundlage und gegebenenfalls einen Auftragsverarbeitungsvertrag sowie Drittlandtransfers.

Ist eine lokale KI automatisch DSGVO-konform?

Nein. Ein vollständig lokaler Betrieb kann externe Datenübermittlungen vermeiden. Die übrigen Pflichten bleiben: Zugriffskonzept, Löschfristen, Zweckbindung und technische Sicherheit gelten weiter. Der Vorteil ist, dass Sie sie vollständig selbst kontrollieren.

Was kostet der lokale Betrieb im Vergleich zur Cloud?

Lokal entstehen Kosten für Hardware, Einrichtung, Strom, Wartung und gegebenenfalls Lizenzen. In der Cloud fallen laufende Infrastruktur- und gegebenenfalls Nutzungskosten an. Welche Seite günstiger ist, hängt vom Volumen ab und lässt sich vorab durchrechnen.

Brauche ich für EU-Cloud-Anbieter trotzdem einen AVV?

Ja. Wenn ein Dienstleister personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag verarbeitet, verlangt Art. 28 DSGVO eine entsprechende Vereinbarung. Das gilt unabhängig davon, ob der Anbieter in der EU sitzt.

Konkrete Frage zu Ihrem Betrieb?

Im Erstgespräch klären wir, was das für Ihr Unternehmen bedeutet. Online, ehrlich, unverbindlich.

Erstgespräch
WhatsApp